«BaseLink» – 75 000 Quadratmeter im Bachgraben-Areal werden für die Wirtschaft erschlossen.

Wirtschaftsförderung: Allschwil machts vor

Noch befinden sich in Allschwil zwischen Hegenheimermattweg, Kreuzstrasse, Kiesstrasse und Lachenstrasse auf dem Grundstück des Bürgerspitals und der EBM Familiengärten. Doch man konnte sich mit den Pächtern gütlich einigen. Nun ist der Weg frei, das Projekt «BaseLink» umzusetzen. In Etappen entsteht ein neues Quartier für die Wirtschaft.

Das Projekt ist zukunftsweisend. Drei neue Erschliessungsstrassen gliedern das Areal in vier Blocks. Diese sind in 16 Baubereiche unterschiedlicher Grösse unterteilt und können beliebig miteinander kombiniert werden. Dadurch kann flexibel auf unterschiedlichste Bedürfnisse eingegangen werden.

Zentrales Element ist die definierte Parzellen- bzw. Baubereichsgrösse. Sie schafft eine attraktive Etikette für künftige Nutzer. Im Zentrum des Interesses stehen Unternehmen aus der Life-Science-Branche. Auch Forschungs-,Dienstleistungs- und gewerbliche Produktionsbetriebe könnten sich niederlassen.

Vorzeigeprojekt

Grosszügige Grünflächen sollen künftig eine attraktive Sicht vom Arbeitsplatz aus bieten und Raum zur Erholung und Begegnung schaffen. Dazu soll es auch Cafés geben. Ein eigentliches Vorzeigeprojekt wird «BaseLink» in punkto Energieversorgung. So wird beispielsweise nach zertifizierten Energiestandards wie Minergie gebaut und eine zu 100 Prozent erneuerbare Energieerzeugung für Wärme, Kälte und elektrischen Strom angestrebt.

Kein Wunder konnte Anton Lauber, Baselbieter Finanzdirektor und ehemaliger Allschwiler Gemeindepräsident, seinen Stolz über das Projekt nur schwer verstecken, als es vergangene Woche der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Und auch für Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, ist klar, dass die Gemeinde Allschwil vormacht, wie der Kanton Wirtschaftsförderung betreiben sollte.

Meinung

Kanton muss von Allschwil lernen

Seit Jahren wächst Allschwil. Die Gemeinde prosperiert. Eine kluge Wirtschaftspolitik, kurze Entscheidungswege, klar definierte Ansprechpersonen und ein von den Behörden gefordertes und gefördertes Dienstleistungsbewusstsein sind typische Merkmale von Allschwil.

Mit dem Projekt «BaseLink» (siehe Text rechts unten) macht die Gemeinde dem Kanton einmal mehr vor, wie erfolgreiche Wirtschaftsförderungspolitik funktioniert. Mehrere Faktoren führten zum Erfolg. Erstens: Man hat es nur mit zwei grossen Landeigentümern zu tun. Davon hatte einer die Führung übernommen. Das vereinfachte die Verhandlungen mit den Pächtern. Zweitens: Dadurch war es möglich, in Allschwil eine Planung «aus einem Guss» zu forcieren. Drittens: Die Gemeinde war von Beginn weg involviert dies mit den eingangs erwähnten, klar definierten Ansprechpartnern und den kurzen Entscheidungswegen. Viertens: Das Entwicklungsgebiet erhält eine klare Identität, eine eigentliche Adresse, eine Etikette. Und fünftens: Das Projekt ist schlicht hervorragend durchdacht, insbesondere auch, was das Thema Energie betrifft. Es ist zukunftsweisend.

Mit «BaseLink» verfügen wir im Baselbiet über ein hervorragendes Leuchtturmprojekt. Was auf Stufe Gemeinde machbar ist, muss auch für den Kanton umzusetzen sein. Jetzt ist es am Kanton, seine Pipeline mit ansiedlungsbereiten Entwicklungsgebieten zu füllen. Allschwil darf nur ein Anfang sein. Um dies zu erreichen, sind die bereits sattsam bekannten Wirtschaftsförderungsmassnahmen auch auf anderen Gebieten rasch umzusetzen, etwa in Salina Raurica und auf dem ABB-Areal in Münchenstein. Zu diesem Zweck muss sich der Kanton die Planungshoheit sichern. Die Baselbieter Regierung und die Verwaltung in Liestal müssen unmissverständlich das Signal an die Wirtschaft senden: «Wir wollen den Aufschwung im Kanton. Wir wollen ihn rasch. Und darum tun wir etwas.» Auch dies können wir von Allschwil lernen.

Christoph Buser, Landrat, Direktor Wirtschaftskammer Baselland