Bachgraben

Ein Leuchtturmprojekt für die Baselbieter Wirtschaftsförderung

Unter dem Namen «BaseLink» entsteht im Bachgraben ein neues Gewerbeareal. Die Freizeitgärten müssen weichen.

Noch befinden sich Schrebergärten auf dem 75’000 Quadratmeter grossen Gelände zwischen dem Hegenheimermattweg, der Kreuzstrasse, der Kiesstrasse und der Lachenstrasse. Doch ab 2014 soll dort ein modernes Gewerbeareal mit dem Namen «BaseLink» entstehen.

Suche nach Investoren

Vergangene Woche präsentierten die Grundeigentümer Bürgerspital Basel und Elektra Birseck (EBM) zusammen mit den Regierungsräten Anton Lauber und Sabine Pegoraro den Masterplan für das Areal im Bachgrabengebiet. Dieser sieht 16 einzelne Baugrundstücke zwischen 2300 und 4600 Quadratmetern vor. Auf zweien sollen Parkhäuser entstehen. Für die restlichen 14 werden Investoren gesucht. Diese können eine oder auch mehrere dieser Bauzonen für sich in Anspruch nehmen und darauf relativ frei Gebäude nach ihren Bedürfnissen errichten.

Nur ein paar grundsätzliche Regeln haben die Investoren zu befolgen. Die wichtigste: Die Grünfläche bleibt grün. Ganze 13’800 Quadratmeter soll sie umfassen und war von Anfang an ein zentrales Anliegen der Grundstückseigentümer, an dem sie auf jeden Fall festhalten werden.

Sehr erfreut über die Präsentation des Masterplans zeigte sich Anton Lauber, der zugab, auch «ein bisschen als Gemeindepräsident» und nicht nur als Regierungsrat der Masterplanenthüllung beizuwohnen. Er zeigte sich stolz über die Wirtschaftsförderung, die seine Gemeinde lebe. Doch er kam nicht umhin, ein altes Anliegen zu betonen: «Ein direkter Autobahnanschluss wäre eine grosse Aufwertung für dieses Areal.» Immerhin eine zusätzliche Bushaltestelle soll es am Hegenheimermattweg geben.

Ausschliesslich Positives hatte Laubers Regierungsratskollegin zu berichten, die das Vorhaben unter anderem als «Leuchtturmprojekt» betitelte, das als Inspiration für viele weitere Projekte in diesem Stil dienen soll. Der Bachgraben gehöre zu den 37 Arealen, die die kantonale Wirtschaftsförderung als Entwicklungsgebiet taxiert habe. Nur sei die Initiative hier von den Grundeigentümern und nicht vom Kanton ausgegangen.

Freizeitgärtner vertrieben

Die einzigen Verlierer bei der Sache sind die Freizeitgärtner, die das Gelände nun freigeben müssen. Das Areal soll in drei Etappen bebaut werdeneine ab 2014, eine ab 2016 und eine ab 2018. Das heisst, nicht alle Freizeitgärtner müssen gleichzeitig weichen. Die ersten haben aber bereits jetzt ihre Parzelle zu räumen.

Den Plan, das Areal im Bachgraben zu überbauen, hatte das Bürgerspital schon vor Längerem. Doch die Freizeitgärtner wehrten sich gegen das Vorhaben. So einigten sich die Parteien auf ein 15-jähriges Moratorium, das auf Ende des Jahres ausläuft. Daher war es keine grosse Überraschung für die Betroffenen, als man ihnen vor rund zwei Jahren sagte, dass sie das Gelände werden verlassen müssen. «Das war ein verbindlicher Vertrag», so Präsident Willi Stauffer. «Natürlich ist es trotzdem schade um die Gärten. Aber das lässt sich jetzt nicht mehr aufhalten.» Die Stadtgärtnerei lässt die Vertriebenen allerdings nicht im Regen stehen und hat allen Interessierten einen Ersatz versprochen. «Und das hat bis jetzt auch sehr gut geklappt.»

Anton Lauber (links) wohnte der grossen Enthüllung «auch ein bisschen als Gemeindepräsident» bei.