BZ Nordwestschweiz | Mittwoch, 2. April 2014

Brennpunkt Basel

Bis zu 10 000 neue Arbeitsplätze möglich

Bachgraben – Das Areal in Allschwil hat auch punkto Arbeitsplätze ein grosses Potenzial

VON STEFAN SCHUPPLI

Der neue Innovationspark soll in Allschwil im Bachgraben-Gebiet entstehen, wenn er sich denn gegen die anderen Projekte in der Schweiz durchsetzt (vgl. Artikel unten und bz von gestern). Es ist ein Entwicklungsgebiet von 75 000 Quadratmetern, was mehr als 10 Fussballfeldern entspricht. Überbaubar davon sind bis zu 29 000 Quadratmeter, eingeteilt in 16 Parzellen. In einem Masterplan der Grundeigentümer Bürgerspital Basel und Elektra Birseck Münchenstein unter der Marke «baselink.com» wird eine nutzbare (Brutto)-Fläche für Labors, Ateliers, Gewerbe von gegen 150 000 Quadratmetern angegeben. Konservativ gerechnet kommt man so auf rund 6000 Arbeitsplätze. Diese Zahl wird vom Bauverantwortlichen des Bürgerspitals bestätigt, wobei er darauf hinweist, dass diese je nach Nutzung höher oder tiefer ausfallen könne. Rein theoretisch könnte dieser Campus bis zu 10 000 Arbeitsplätzen fassen. Das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut will auch auf eine Parzelle auf diesem Gelände umziehen. Allein das wären 600 Personen.

Ein dreistelliger Millionenbetrag

Auch die Kosten sind derzeit Spekulation. Aber es gibt Erfahrungswerte. Es dürfte es sich um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln, sagt Franz Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel. Auch für die Anschubfinanzierung der Kantone gibt es Anhaltspunkte: So habe das Biosystem-Institut der ETHZ, die beiden Halbkantone je 10 Millionen gekostet. Der Kanton Aargau rechnet bei seinem Projekt in Villigen lediglich mit 2,3 Millionen Franken. In Basel ist geplant, dass die Immobilien privat finanziert würden. Diese Investoren könnten aber erst nach einer gewissen Zeit ins Boot geholt werden.

Oben: Visualisierung des Projekts. Rechts: Die eingefärbte Fläche ist das Actelion-Labor-Gebäude, das sehr rasch bezogen werden könnte.

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Konkurrenz zu Technopark?

Immerhin ideell ist das Projekt breit abgestützt. Mit dabei sind die Uni Basel, Fachhochschule Nordwestschweiz, Department of Biosystems Science and Engineering (D-BSSE) der ETH Zürich, das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut, das Unispital, das Kantonsspital Basel-Stadt, Swiss Institute for Computer Assisted Surgery in Delémont. Actelion, Novartis und Roche haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, den Innovationspark mit Forschungsund Entwicklungsprojekten zu unterstützen. Mit dabei sind auch die Innovationsorganisationen wie i-net Innovation Networks, Créapole, der Technologiepark Basel, Eva Start-up-Finanzierung und Innodel. Wird das Bachgrabengebiet nicht zu einer Konkurrenz für die verschiedenen bestehenden Techno- oder Businessparks? Der Basler Regierungsrat Christoph Brutschin verneint: «Wir haben eine sehr grosse Nachfrage, die zweite Etappe ist auch schon vermietet, wir überlegen uns eine dritte, die allerdings vom Grossen Rat bewilligt werden müsste. Ich sehe weniger ein Gegeneinander als ein Miteinander.»

Nächstes Jahr wird entschieden

An der nächsten Vorstandssitzung der Volkswirtschaftsdirektoren-Konferenz (VDK, Versammlung aller Regierungsmitglieder mit

dem Dossier Wirtschaft) wird ein unabhängiges Experten-Gremium die Eingaben beurteilen. Im Juni wird der Antrag an das eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung weitergeleitet. In der Folge verfasst der Bundesrat eine Vorlage zuhanden der Räte, sodass mit einem endgültigen Entscheid im Verlauf des Jahres 2015 gerechnet werden kann.

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