Badische Zeitung | Freitag, 27. Juni 2014

Innovationswettbewerb

Doppelsieg für die Nordwestschweiz

Sowohl das Gemeinschaftsprojekt aus Basel und dem Jura wie auch «Innovaare» aus dem Aargau für den Innovationspark empfohlen.

VON ALB

Die Nordwestschweiz verbucht im Innovationswettbewerb so etwas wie einen Doppelsieg. Die Konferenz kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (VDK) hat am Donnerstag sowohl das von den Basler Kantonen und dem Jura gemeinsam forcierte Projekt des «Swiss Innovation Park Nordwestschweiz» in Allschwil wie auch das um das Paul Scherrer Institut geplante Projekt «Innovaare» des Kantons Aargau als Netzwerkstandort des geplanten nationalen Schweizer Innovationsparks empfohlen, heißt es in einer Mitteilung. Auf Basis einer Ausschreibung hatten sich bis Ende März acht Projekte als Netzwerkstandorte des künftigen Schweizer Innovationsparks beworben. Die VDK empfiehlt dem eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung nun neben den gesetzten Standorten nahe der Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne, die zwei Projekte aus der Nordwestschweiz «in die Startformation des Innovationsparks aufzunehmen», heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Kantone Basel-Stadt, Baselland und Jura.

Diese Entscheidung der VDK bestätige die inhaltliche Qualität ihres Projektes, sei aber auch eine Anerkennung für die breite Abstützung in Wirtschaft und Wissenschaft in beiden Basel und im Jura, befinden die Volkswirtschaftsdirektoren der drei Kantone weiter. Dank der Beteiligung des Jura habe der «Swiss Innovation Park Nordwestschweiz» (SIP NWCH) zudem die Chance, stärker in die Westschweiz auszustrahlen und da Kooperationen einzugehen und auch mit «Innovaare» sei Zusammenarbeit vorgesehen. Auch dessen politischer Verfechter, der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann zeigte sich mit der Entscheidung zufrieden. «Wir waren von Anfang an überzeugt, dass wir ein gutes und ausgereiftes Projekt eingereicht haben», teilte er am Donnerstag mit. Offenbar habe auch die VDK diese Qualitäten erkannt.

Der SIP NWCH soll bereits Anfang 2015 in bestehenden Räumlichkeiten in Allschwil den Betrieb aufnehmen. Die Vorbereitungen dafür liefen bereits intensiv, teilen dessen Träger, neben den drei Kantonen auch die Handelskammer beider Basel, weiter mit. Nach der Entscheidung der VDK könne nun die Finanzierung für den Betrieb am Initialstandort gesichert sowie Planung und Finanzierung für den definitiven Standort, der 2018 ebenfalls in Allschwil in Betrieb gehen soll, voran getrieben werden. Dabei werden auch die längerfristig vorgesehenen zusätzlichen Flächen in Basel-Stadt und im Jura einbezogen.

SIP NWCH soll ein Zentrum für die anwendungsorientierte Forschung werden und ein breit gefächertes Spektrum abdecken, das bei «klassischen» Life Sciences (Pharmawissenschaften, Medizin, Biotechnologie) beginnt und bis zu den Schnittstellen zwischen diesen und relevanten Technologien (zum Beispiel IT, Sensorik, Messtechnik) reicht. Zum Start wurden bereits erste Projekte in den Bereichen Biosensing, Biomaterialien und Gesundheitsinformatik identifiziert. Das Aargauer Projekt «Innovaare» soll direkt beim PSI realisiert werden, der größten interdisziplinären Forschungsstätte der Schweiz, und bindet neben dem Kanton und der Fachhochschule Nordwestschweiz vor allem die nationalen und internationalen Konzerne der Energiebranche und des Maschinenbaus ein, wie Alpiq oder die vor der Übernahme durch GE stehende Gasturbinensparte von Alstom.