BaZ | 02.07.2020

Ein Businesshotel für den Bachgraben

Die deutsche Tristar-Gruppe investiert 30 Millionen Franken in das Entwicklungsareal Base-Link. Zudem zügelt das biopharmazeutische Unternehmen Basilea nach Allschwil.

Das neue Allschwiler Hotel umfasst einen grosszügigen, geschützten Aussenbereich mit Bistro- und Bar-Ambiente.

Der Immobiliendienstleister Implenia baut im Auftrag der deutschen Hotelgruppe Tristar für 30 Millionen Franken auf dem neuen Entwicklungsgebiet Basel-Link in Allschwil ein Businesshotel. Dieses bietet 220 Zimmer in der Kategorie 3 Sterne plus an. Das Hotel wird in direkter Nachbarschaft zum Pharmaunternehmen Actelion gebaut und verleiht der Unterbaselbieter Gemeinde ein städtisches Flair. Mit dem Rössli und dem Schlüssel hat der Ort bis jetzt lediglich zwei kleinere Häuser, die Zimmer anbieten.

Lust auf Base-Link hat auch das biopharmazeutische Unternehmen Basilea.

Tristar ist Franchisenehmer der weltweit tätigen Hotelgruppen IHG, Hilton, Accor und Marriott. Die in Berlin ansässige Hotelgruppe betreibt derzeit in ganz Deutschland 18 Hotels, davon 11 unter der Marke Holiday Inn Express, 2 unter dem Label Holiday Inn, 2 unter Indigo (IHG) und 3 als Hampton by Hilton. Allein in diesem Jahr sind weitere 8 Eröffnungen unter den Marken Hilton Garden Inn, Holiday Inn Express, Ibis Styles und Hampton by Hilton vorgesehen, darunter bis zu 6 in Österreich.

Bis zu zehn neue Hotels im Jahr

Die Gruppe plant, bis zu zehn weitere Hotels pro Jahr zu eröffnen, und zwar vorrangig in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Fokus haben die Berliner auch Süd- und Osteuropa. Im Sankt-Gallischen St. Margrethen entsteht aktuell ein neues, fünfstöckiges Ibis Styles. Unweit des Europaparks Rust entsteht in Zusammenarbeit mit Marriott das erste Lifestyle-Hotel Moxy.

Das Hotel in Allschwil wird auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern erstellt. Es wird 20 Meter hoch und sechs Stockwerke umfassen, wie Implenia-Sprecherin Eva Heimrich-Kämpfer bestätigt. Das Grundstück wird im Baurecht abgegeben. Implenia spricht von einer Geschossfläche von 8000 Quadratmetern. Integriert in den Hotelbetrieb wird ein kleiner Gewerbebetrieb (möglicherweise ein Shop) von 320 Quadratmetern. Parkplätze sollen im benachbarten Parking zur Verfügung stehen. Die Baubewilligung liegt vor.

Das Projekt stellt eine Eigenentwicklung des Schweizer Immobiliendienstleisters Implenia dar. Abgewickelt wird es über die INA Invest. Im Rahmen einer Abspaltung hatte Implenia die Hälfte des Entwicklungsportfolios an die INA Invest ausgelagert. Die neue Firma wurde Mitte Juni an die Schweizer Börse gebracht.

Die Eröffnung des Allschwiler Hotels ist für Ende 2022 geplant, wie Implenia-Sprecherin Eva Heimrich-Kämpfer sagt. Das Hotel fokussiere auf Geschäftsreisende, die eine der zahlreichen Firmen oder Institutionen in Base-Link besuchten und nicht auf Gäste, die länger in einem Hotel bleiben wollten.

10’000 Arbeitsplätze als Ziel

Lust auf Base-Link hat auch das biopharmazeutische Unternehmen Basilea. Dieses hat seine Liegenschaft an der Grenzacherstrasse in Basel der Pensionskasse der Grossbank UBS für 19 Millionen Franken veräussert. Mitte 2022 wollen die Basler an ihren neuen Firmensitz in Allschwil umziehen.

Durch die Nähe zu innovativen Start-ups, akademischen Institutionen und anderen Biotechunternehmen will das Unternehmen «von dem aufstrebenden Life-Sciences- und Technologie-Cluster profitieren», wie Basilea-CEO David Veitch in einer Mitteilung schreibt.

Positive Effekte erhofft sich Basilea dadurch auch bei den Betriebs- und Kapitalkosten. Das neue Gebäude im Campus-Stil ist Teil des Base-Link-Projektes und wurde von den Stararchitekten Herzog & de Meuron entworfen. Es befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Switzerland Innovation Park Basel Area und zur Uni Basel im Innovationspark Grid.

Base-Link ist ein Leuchtturmprojekt des Kantons Baselland mit bis zu 10’000 Arbeitsplätzen. Auf rund 75’000 Quadratmetern wird durch die privaten Grundstückseigentümer Bürgerspital Basel und Elektra Birseck Münchenstein ein neues Gebiet entwickelt. Im Arbeitsplatzgebiet mit kantonaler Bedeutung sollen Forschung und Entwicklung, Produktion, Dienstleistung sowie Hotellerie entwickelt werden. Unter anderem wird sich auch das Schweizer Tropeninstitut dort ansiedeln.

Kurt Tschan